Welcher Rahmen ist der beste?

Kuehnel: "Das ist schwer, zu beantworten. Die drei großen Anbieter, Prince, Head und Wilson haben in jeder Preiskategorie, für jede Spielstärke und jeden Geschmack super
Rackets. Bei diesen Herstellern sind keine qualitativen Unterschiede feststellbar

Wie viel Geld sollte der Hobbyspieler in einen Schläger investieren?

Kuehnel: "Für 160.- Euro erhält der Freizeitspieler einen sehr guten Rahmen. Dann muss allerdings noch die Besaitung hinzugerechnet werden. Wer bereit ist, 299.-Euro auszugeben, bekommt bei uns ein customized Raket und hat dann wirklich einen Top-Schläger."


Was sind die entscheidenden Fehler, die Tennisspieler im Umgang mit ihrem Schläger machen?


Kuehnel: "Ganz eindeutig: Die Missachtung des Materials. Der Schläger reagiert auf Hitze, insbesondere die Saite auf Feuchtigkeit. Hohe Temperaturen im Sommer von 70-80 Grad im Kofferraum eines Autos sind für einen Schläger ,tödlich'. Da sollte sich dann keiner wundern, wenn die Spieleigenschaften des Sportgerätes nicht mehr entsprechend sind. Von vielen wird auch das Schlägerwerfen unterschätzt. Selbst leichtes Hinwerfen kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass der Rahmen reißt und der Schläger unwiederbringlich zerstört ist. Wer an seinem Racket länger Freude haben will, sollte es sofort nach dem Spiel in eine Thermohülle packen und bei normaler Raumtemperatur lagern."


Wie viel sollte ein Schläger mindestens wiegen?

Kuehnel: "In den letzten Jahren haben die Rackethersteller eine völlig falsche Richtung eingeschlagen. Es wurde nach dem Motto produziert: Je leichter desto besser. Diesen Überlegungen sind aber eindeutig Grenzen gesetzt, denn das Tennisspielen ist nichts anderes als die Ausnutzung physikalischer Gesetzmäßigkeiten.
Der Ball trifft mit einer gewissen Masse und Gewicht auf den Schläger. Um diesen Ball gut weg katapultieren zu können, muss man ihm auch ein gewisses Gegengewicht gegenüberstellen. Konkret heißt das: Es gibt eine Untergrenze, die ein Schläger mit Besaitung wiegen darf, und die liegt bei 290 Gramm. Die Gewichtsobergrenze sehe ich beim Normalspieler bei maximal 350 Gramm."


Wie groß sollte der Schlägerkopf sein?

Kuehnel: "Die Tendenz war von 1980 an steigend. Zunächst kam der Midsize-Schläger auf den Markt, dann das Oversize-Racket. Mittlerweile hat sich der Midoversize-Schläger durchgesetzt, mit etwa 75 Prozent Marktanteil. Der Midoversize hat gegenüber dem herkömmlichen Holzrahmen in etwa eine 30 Prozent größere Schlagfläche. Von einigen wird auch sehr gerne das Oversize-Racket gespielt, dessen Schlagfläche im Vergleich zum Holzrahmen um 50 Prozent größer ist.
Schlagflächen, die mehr als eineinhalbmal so groß sind wie die Schlagflächen des Holzrahmens sind nicht sinnvoll, da die Spieleigenschaften des Rackets verloren gehen und der Ball nicht mehr zu führen ist."


Wie lautet die Faustregel bei der Auswahl der Griffstärke?

Kuehnel: "Die Grundregel: Fingerkuppen und Handballen dürfen sich beim Umgreifen des Schlägergriffes nicht berühren. Es sollten dazwischen 1-2 Millimeter Luft sein."


Welche Saite ist besser? Darm oder Kunststoff ?

Kuehnel: "Die Frage sollte heute so nicht mehr gestellt werden. Bis zur Einführung des Midsize-Rahmens war die Darmsaite der Kunstsaite eindeutig überlegen. Heute hat die Naturdarm-Saite eigentlich ihre Daseinsberechtigung verloren. Denn durch den größeren Rahmen biegt sich auch die Kunststoff-Saite gut durch. Nur die Top-Spieler wollen heute noch mit Darm-Saite spielen, weil sie nach wie vor meinen, die Elastizität dieses Naturproduktes sei größer.
Synthetische Saiten haben eindeutig Vorteile in Bezug auf Feuchtigkeit, sie sind heute soweit entwickelt, dass sie den guten Eigenschaften der Naturdarm-Saite sehr nahe kommen. Ich würde sogar sagen: Synthetische Saiten und Naturdarmsaite sind ebenbürtig. Übrigens: 99.9 Prozent der Besaitungen werden heute mit synthetischen Saiten durchgeführt."


Wie weiß der Spieler, welche Kunststoff-Saite die Richtige ist?


Kuehnel: "Das ist abhängig von der Anzahl der Längs- und Quersaiten. Es gibt Rahmen mit 14 oder 18 Längssaiten, entsprechend unterschiedlich ist auch die Anzahl der Quersaiten. Deshalb gilt allgemein die Faustregel: Je geringer die Anzahl der Längs- und Quersaiten, um so dicker der Durchmesser der Saite und um so höher das Besaitungsgewicht.
Kurz gesagt: die Saitenstärke ergibt sich erstens: Aus der Anzahl der Längs- und Quersaiten, zweitens: Aus dem Wunsch des Kunden, ob er mehr mit Gefühl spielen will, das hätte eine dünnere Saite zur Folge, oder mehr Wert auf Haltbarkeit legt, das würde eine dickere Saite bedeuten.
Die gängigen Saiten haben einen Durchmesser, der zwischen 1,27 mm und 1,35 mm liegt. Ausnahmen sind gegeben bei Spielern, die viel auf Sand spielen, da kann der Durchmesser auch 1,40 mm betragen, oder nur 1,25 mm bei filigranen, sauber und geradespielenden Sportlern."

Was ist die optimale Besaitungshärte?

Kuehnel: "Die Freizeitspieler haben in den letzten Jahren via Medien viel über die Besaitungshärten der Schläger von Boris Becker, Björn Borg oder John McEnroe erfahren. Man muss aber eindeutig sagen: das ist nicht übertragbar. Die Besaitungshärte ist ausschließlich abhängig von der Anzahl der Längs- und Quersaiten, von der Saitenstärke, der Geometrie und der Flexibilität des Rahmens. Das sind die Faktoren, die die Kilopondzahl bestimmen." Wir können jeden Tennisspieler seine richtige Besaitungshärte geben.

Woran merkt ein Breitensportler, dass der Schläger neu besaitet werden muss?

Kuehnel: "Am dumpfen Klang des Saitenbettes, an der unkontrollierten Flugbahn des Balles und natürlich, wenn die Saite ausgefranst ist." Ein eindeutiger Beweis ist die gerissene Saite.


Im Vergleich zum Profi - wie oft sollte ein Freizeitspieler im Jahr seinen Schläger neu besaiten lassen?

Mindestens 3 bis 4 mal pro Jahr.


Welche realistische "Lebensdauer" hat ein Tennisracket?

Kuehnel: "Ausgehend von einem Freizeitspieler, der zweimal die Woche sein Racket benutzt und seinen Schläger zwei bis viermal im Jahr bespannen lässt, sollte das Racket mindestens sechs Jahre gute Dienste leisten. Bei den Topspielern gilt allerdings die Faustregel:
Nach 40-50 Besaitungen muss der Schläger ausgetauscht werden. Denn bei Weltklasse- spielern sind ganz andere Kräfte vorhanden, die auf Rahmen und Saite wirken."


Ist Ihr Schritt nicht mutig, zumal in einer Zeit, in der Tennis sowohl was die TV-
Quoten als auch die Mitgliederzahlen in den Vereinen anbetrifft, rückläufig ist?

Richtig ist, dass die Mitgliederzahlen in den Tennisclubs bis vor zwei Jahren rückläufig waren. Dann folgte eine Stagnation und jetzt scheint sich wieder, ein  leichter Aufwärtstrend abzuzeichnen. Im Rahmen unseres Pilotprojektes konnten wir nämlich feststellen, dass von den 200  Kunden 60 dabei waren, die vor fünf bis sechs Jahren das Tennis spielen aufgehört haben und nun wieder auf den Court zurückkehren wollen.


Wie erklären Sie sich diese Trendwende?

Kuehnel: Es gibt eine Rückbesinnung auf die traditionellen Sportarten, wie Fußball und Tennis. Trendsportarten wie Aerobic, Inlineskating  oder Mountainbiking brechen genau so schnell ein wie sie gewachsen sind und können keine Zuwächse mehr verzeichnen. Etliche Breitensportler kehren diesen sogenannten „Insportarten“ den Rücken, weil sie lieber in der Gemeinschaft, also im Tennisclub ihre Freizeit verbringen wollen. Und dieser Trend ist unabhängig von der Situation im Hochleistungssport. Selbst wenn wir in Deutschland in den nächsten zehn Jahren  keinen Top-Five-Tennisspieler oder -spielerin haben sollten,  wird es keine weitere Abwärtsbewegung im Breitensport geben. Die Talsohle ist überwunden.

Ihr Besaitungssystem IPDS by Xception steht nun auch dem Breitensportler zur Verfügung. Inwieweit bemerkt der Hobbyspieler den Unterschied zur herkömmlichen Bespannung?

Kuehnel: Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Der Freizeitspieler wird nach der Besaitung nach IPDS by Xception sagen: "Ich habe jetzt einen ganz anderen Schläger in der Hand." Und ohne Übertreibung behaupte ich, dass wir durch die Einführung von IPDS by Xception den selben Effekt erzielen werden, wie es beim Start des Farbfernsehens, der Fall war – analog zur vollkommenen Verdrängung des Schwarz/Weiß-Fernsehens wird IPDS den Tennismarkt revolutionieren und die alten Bespannungsmethoden komplett ablösen.


Welche weiteren Vorteile hat IPDS by Xception neben der Verbesserung der Spielstärke?

Kuehnel: Daviscup-Physiotherapeut Waldemar Kliesing konnte eindeutig feststellen, dass es mit dem IDPS-System eine deutliche Verringerung der Schulter- Arm- und Ellenbogenverletzungen gibt. Ich gehe gar soweit und sage: mit IPDS kann man keinen Tennisarm mehr bekommen. Wir haben in der Vergangenheit sogar in Kooperation mit Orthopäden bereits vorhanden Tennisarmverletzungen, nach Abklingen der entzündlichen Phase, durch IPDS mitbehandelt. Durch unseren Beratungsservice  wird der Spieler nicht mehr allein gelassen und kann sich hundertprozentig auf unsere Einschätzungen, die auf den Erfahrungswerten aus mehr als 15 Jahren Leistungsport basieren, verlassen.


Kann man jeden Schläger mit IPDS by Xception besaiten?

Kuehnel: Ja. Die Besaitung ist das Herzstück eines Rackets und unabhängig von der Rahmengröße, vom Material des Schlägers und vielen anderen Parametern. IPDS by Xception ist das Racketmanagement für den Einzelnen.

Welche Tips haben Sie für die Schlägerpflege?

Kuehnel: Nach dem Spiel sollte der Schläger sofort in die Thermohülle gepackt und bei normaler Raumtemperatur gelagert werden. Extreme Hitze oder Kälte, zum Beispiel im Sommer oder Winter im Kofferraum, verkürzen die Haltbarkeit der Saite.

 

 
 
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